
In großer Trauer gedenken wir heute unserem Schützenbruder Erwin Gehrmann, welcher am 12.02.2026 für immer von uns gegangen ist. Er war ein besonderer Mensch in unserer Mitte, der vielen anderen ein Vorbild war.
Erwin wurde 1981 teil der wunderbaren Gemeinschaft im Schützenverein St. Hubertus Sodingen-Börnig 1926 e.V. Aber auch zuvor begeisterte er sich bereits für das Schützenwesen, jedoch in unserem befreundeten Verein, dem BSV Holthausen. Es wird überliefert, seine Tochter habe ihn mit ihrer Wahl zur Königin von St. Hubertus im selben Jahr zum Eintritt in unseren Verein bewogen.
In seiner darauffolgenden 44-jährigen Vereinsmitgliedschaft war Erwin maßgeblich an der Entwicklung des Schützenvereins beteiligt. Manchmal war er das strenge Mitglied des Vorstandes, im nächsten Moment lachte er gemeinsam mit allen um sich herum.
Seinen Werdegang begann er bereits nach wenigen Jahren Mitgliedschaft als Schriftführer der
1. Kompanie. Diese Funktion des Schriftführers schien ihm sehr zu liegen. So entschloss er sich bereits 1997 dazu, neben seiner Funktion in der Kompanie, auch als stellvertretender Geschäftsführer die Geschicke des gesamten Vereins im übergeordneten Bataillon zu lenken.
Nach insgesamt 9 lehrreichen Jahren rückte er 2006 aus der zweiten Reihe als 1. Geschäftsführer in den geschäftsführenden Vorstand auf. Auch diese nun sehr verantwortungsvolle Funktion übte Erwin insgesamt 9 Jahre aus. Erst 2015, im hohen Alter von 80 Jahren, gab er seine Verantwortung in jüngere Hände.
Während dieser gesamten Zeit war Erwin mit seiner sehr genauen und akribischen Art stets ein Vorbild für viele andere, nicht zuletzt auch für mich.
Doch auch nach dieser Zeit in vielen Funktionen stand er uns stets mit Rat und Tat bei Seite. So wurde er später als Mitglied des Ehrenrates gewählt, was nur sehr geschätzten und erfahrenen Mitgliedern vorbehalten ist.
Nach dem Ausscheiden aus seinen verantwortungsvollen Aufgaben im Jahre 2015 wurde Erwin zum Ehrenmitglied von St. Hubertus ernannt. Einem Ehrenmitglied, welches schon zuvor diverse Male für sein immer fortwährendes Engagement geehrt wurde.
Bereits zwei Jahre zuvor wurde Erwin für langjährige Vorstandsarbeit und uneigennütziges Engagement der Hubertusorden verliehen, die höchstmögliche vereinsinterne Auszeichnung. Auch durch die Stadt Herne wurde er für zusammengerechnet 30 Jahre ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet. Neben diversen weiteren Auszeichnungen im Laufe der Zeit wurde Erwin schlussendlich im Jahr 2021 eine besondere Ehre zu teil. Für besondere Verdienste um das Schützenwesen wurde ihm der Westfalenstern an der Lippischen Rose des Westfälischen Schützenbundes verliehen. Eine Auszeichnung, welche nur sehr wenige Vereinsmitglieder bisher erhielten.
Doch Erwin war nicht nur ein verdienter Funktionär des Schützenvereins St. Hubertus. Er war auch ein erfolgreicher Schütze, was seine diversen Abzeichen an der Uniform eindrucksvoll belegten. So konnte man stehts an der reinen Menge seiner Kettenglieder der Kompanie- und Vereinsmeisterschaft ablesen, wie oft Erwin seine Kontrahenten hinter sich gelassen hatte.
Im Jahr 1999 zeigte er dann all sein sportliches Können und fand das nötige Quäntchen Glück, sodass er auf dem Schützenfest die Königswürde errang.
Erwin I. folgte mit seiner Königin Uschi I. (†) sozusagen mit ein wenig Abstand seiner eigenen Tochter auf den Thron und führte die Schützen bis ins Jahr 2001 als König an. In all den Jahren seiner Regentschaft war er stets präsent und war immer auch für einen Spaß zu haben.
In den letzten Jahren jedoch war es Erwin leider nicht gegönnt, weiter intensiv an unserem Vereinsleben teilzunehmen. Ein besonderer Moment ergab sich für ihn jedoch noch einmal bei der Vorbereitung auf unser letztes Schützenfest. Mit großem Stolz erfreute sich Erwin daran, damals mit ihm vier Generationen seiner Familie gleichzeitig im Verein versammelt zu haben. Dies war bisher kaum jemandem gelungen.
Für Erwin war der Schützenverein St. Hubertus jedoch nicht nur eine schöne Freude im Leben. Nein, für Erwin war es ein sehr großer, wenn nicht sogar der größte Teil, seines Lebens. Man könnte sogar sagen, der Schützenverein war sein halbes Leben lang sein Leben.
Für den einen oder anderen war und ist Erwin das Vorbild, wenn es um ein Leben im Schützenwesen geht. Durch die von ihm vermittelten Werte und Traditionen wird er auch in Zukunft immer ein Teil unserer Gemeinschaft bleiben.
Möge er nun gemeinsam mit seinen damaligen Gefährten glücklich auf die Schützinnen und Schützen von St. Hubertus herabblicken und auf sie achtgeben.
Horrido!
Schützenverein St. Hubertus
Sodingen-Börnig 1926 e.V.
Jan Weiring
1. Vorsitzender




